Ein Rendez-Vous mit Sascha MADSEN… (Interview)

Letzten Montag hat es in Wien wie aus Eimern geschüttet und ich habe blöderweise meinen Schirm zu Hause liegen lassen. Da ich zu allem Übel auch noch spät dran war und die U4 mal wieder Verspätung  hatte, lief ich die letzte U-Bahn-Station bis zum Café Drechsler durch den strömenden Regen. Somit kam ich völlig durchnässt und außer Atem beim Interviewtermin mit dem Drummer der deutschen Rock-Band „Madsen“ an.

Der gutgelaunte Sascha gab mit ein paar Minuten um mich wieder zu sammeln und dann konnte es auch schon losgehen. Sascha Madsen plauderte über das am 23.April erscheinende neue Album mit dem Titel „Labyrinth“, über Hippies, die Liebe und den frischen „Madsen“-Sound mit Konzept.

Foto: musik-base.de

Die erste Frage ist gleich mal auf das Wetter bezogen. Der April zeigt seine launische Seite. Mich würde interessieren was du oder eben die ganze Madsen-Truppe macht, wenn es draußen regnet und stürmt. Sich verkriechen oder rausgehen? Faulenzen oder kreativ werden?

Sascha Madsen: (lacht) Also wir sind alle extreme Sonnenfreunde beziehungsweise gut-Wetter-Freunde und da macht uns so ein grässliches Wetter schon was aus. Aber es kann ja auch schön, wenn draußen Schnee liegt oder so, aber so ein Wetter wie heute, ist wirklich extrem beschissen. Wobei bei so einem Wetter können auch wunderbare Songs entstehen können. Aus dieser bestimmten Stimmung heraus. Und ich glaube, das haben wir uns schon mal öfters zu nutzen gemacht. Einfach, mal im Proberaum einschließen und auch mal melancholische Songs produzieren.

Okay, also ihr lasst euch da auch vom Wetter inspirieren?

Sascha Madsen: Tatsächlich, ja.

Am 23.April kommt euer neues Album „Labyrinth“ raus. Was für ein Konzept steht hinter dieser Scheibe?

Sascha Madsen: Also, so ein richtiges Konzept hatten wir nicht. Wobei wir das erste Mal überhaupt, so eine Grundidee hatten vorher, wie das Album eben nachher klingen soll. Wir haben sehr eng mit unserem Produzenten Olaf Opal, mit dem wir bei „Frieden im Krieg“ das erste Mal zusammen gearbeitet haben. Wir haben uns bei dem Album also kennengelernt und wussten bei diesem Album nun worauf wir uns da einlassen. (lacht) Und konnten uns so schon sehr früh mit ihm, Gedanken über ein Konzept machen. Gleich nachdem „Frieden im Krieg“-Album diskutierten wir schon, wie das nächste klingen sollte und wie wir uns sound-mässig noch weiter entwickeln können. Das war für uns auf jeden Fall ein großer Vorteil.

Aber habt ihr zum Beispiel etwas komplett Neues auf dem „Labyrinth“-Album versucht? Ist der Sound im Vergleich zum letzten Album gravierend anders?

Sascha Madsen: Hm, ich sage mal, die grobe Madsen-Struktur ist auf jeden Fall da. Man hört es sofort, dass da Madsen drauf und drin ist. Aber es ist trotzdem irgendwie was Neues. Also eine Veränderung ist definitiv zu hören. Wobei wir das eben schon bei der letzten Platte irgendwie so wollten, aber es noch nicht in Worte fassen konnten, noch nicht auf das Notenblatt bringen konnten. Diesmal hatten wir so eine gute Vorbereitungszeit, weil wir eben Olaf schon so gut kannten und wir diesmal genau wussten was wir voneinander wollen. Da waren die Voraussetzungen eben viel besser, viel einfacher, damit wir das eben umsetzen konnten.

Die erste Single heißt „Lass die Liebe regieren“ und ich würde gern wissen, ob ihr euch manchmal als die „Hippies der Alternativ-Pop-Rock-Szene“ seht?

Sascha Madsen: (lacht) Ja, wir uns selber auf jeden Fall. Wir lieben diesen Hippie-Gedanken. Das finden wir total super. Und eigentlich finde ich es schade, dass es in der Szene nicht mehr Leute mit dem gleichen Grundgedanken gibt. Liebe verteilen. Ich finde diese Hippie-Einstellung großartig.

Es fällt euch ja auch anscheinend gar nicht schwer, über eure Gefühle oder Liebesgeschichten die ihr gehört habt, zu schreiben und zu singen.

Sascha Madsen: Ne, tatsächlich. Das schwere daran ist nur, es so hinzukriegen, dass es nicht peinlich ist. (Sascha überlegt kurz und nippt an seinem Kaffee) Ich glaube, dass wir das auch geschafft haben.

Auf die Antwort der nächsten Frage, bin ich schon sehr gespannt.

Sascha Madsen: Puh, okay. Ich bin auf die Frage gespannt. (lacht)

Wie würdest du Madsen den Leuten da draußen beschreiben, die noch nie etwas von euch gehört haben und vielleicht auch sonst nichts von diesem deutschen Rock-Pop-Genre wissen?

Sascha Madsen: Wow, okay, das ist tatsächlich nicht so einfach. Ich glaube, da es ist für einen Außenstehenden einfach die richtigen Worte zu finden. Für uns ist das schon schwer, weil…Hm, ich wage einfach mal zu behaupten, dass es wenig Vergleichbares in Deutschland gibt. Mittlerweile, mit dem vierten Album eben. Ich glaube einfach, dass wir es jetzt ziemlich gut geschafft haben, unser eigenes Ding durchzuziehen. Und ich weiß nicht, man kann sagen, es ist unverkrampfter Deutsch-Rock, aber melodiös. Aber eigentlich sagt das eigentlich nichts, denn es steckt einfach viel, viel mehr drin. Also, so könnte man Madsen am einfachsten erklären, denke ich.

Welche Musik hat dich oder eben auch die ganze Band eigentlich geprägt?

Sascha Madsen: Oh, da gehen wir mal ganz weit zurück – „The Beatles“. Ja, immer, „The Beatles“. Rauf und runter gehört und von vorne und von hinten (lacht). Also unsere Eltern haben uns quasi mit den „Beatles“ erzogen. Und wenn man da weiter geht, dann kommen da noch „The Kings“, Janis Joplin, „Pink Flyod“, „Sex Pistols“, „Nirvana“, „Tocotronic“ „Foo Fighters“, „Blur“, „Slayer“ und eigentlich könnt ich jetzt stundenlang so weiter machen (lacht). Ach ja, Jay-Z aber auch zum Beispiel. Oder eben Musikgötter wie Bob Dylan. Ganz klar. Neuerdings aber auch sowas wie U2 zum Beispiel. Und das fließt eben auch alles in unsere Musik mit ein. Wäre ja auch schade, wenn nicht. Je mehr Einfluss, desto besser.

Welche Ziele wollt ihr in eurer Musikkarriere eigentlich noch erreichen? Was habt ihr euch so vorgenommen? Sind es zum Beispiel wichtige Awards wie der Echo oder…

Sascha Madsen: Ach, von diesen ganzen Preisen halte ich schon mal gar nichts. Ein paar haben wir zwar schon gewonnen, was zwar schön ist natürlich, aber es ist einfach tausend Mal besser wenn man auf der Bühne steht und dann schweißnass irgendwie die Begeisterung der Fans zu spüren. Das ist der Hammer und so Preise können wir irgendwie gar nicht so ernst nehmen. Eben es ist schön, wenn man so ausgezeichnet wird, aber dafür leben wir nicht. Dafür musizieren wir nicht. Wir hoffen einfach, dass bei den Konzerten die Energie auch an uns zurück kommt und dafür wollen wir immer weiter hart arbeiten und hoffen natürlich, dass es immer weiter so geht. Das wir uns nicht wiederholen, das ist uns zum Beispiel auch ganz wichtig und dass wir da am Ball bleiben.

Na dann kommen wir noch kurz zu der letzten Frage. Von einem eurer Fans habe ich den Eintrag „Madsen-Musik macht süchtig!“ gefunden. Was macht euch süchtig? Wovon kannst du deine Finger nicht lassen?

Sascha Madsen: Musik. Und dann sind wir da wieder bei einem ganz großem Thema: Liebe. Es macht wirklich nichts mehr abhängig als Liebe. Natürlich auch die Liebe zur Musik, aber einfach auch die Liebe an sich. Und das ist wirklich, wirklich das zentrale Thema bei uns. Das ist einfach unsere Motivation für alles im Leben. Vielleicht kitschig, aber so schließt sich der ewige Kreis. (lacht)

Hey, Sascha, danke für das Interview. Hat mich sehr gefreut.

Sascha Madsen: Danke, danke, danke, mich auch.

Und um das ganze schön abzuschließen – hier könnt ihr euch die aktuelle „Madsen„-Single „Lass die Liebe regieren“ anhören:

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5 Kommentare zu “Ein Rendez-Vous mit Sascha MADSEN… (Interview)

  1. sehr gutes interview, wirklich toll… ich finde es super dass du auf fragen stellst die ungewöhnlich sind oder auf den ersten blick etwas banal klingen (wie das mit dem wetter, haha). aber so bekommt man die besten und ehrlichsten antworten.
    der sascha scheint ja ein sehr netter kerl zu sein, den würd ich auch gern mal treffen. 🙂 der song hat mir beim ertsen mal hören nicht sonderlich gefallen muss ich sagen, aber so nach und nach mag ich ihn ganz gern.

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    • Hey Frontin!
      Danke dir für das Kompliment! Ja, ich gebe mir Mühe nicht immer nur die Standard-Fragen zu stellen, obwohl die eben auch interessant sind (z.B. über das neue Album oder persönliche Musikgeschmäcker)!
      Sascha war wirklich extrem nett und das Plaudern hat total viel Spaß gemacht!

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